
Am 20. Juli 2011 ging unter dem Motto Klarheit & Wahrheit das Verbraucherportal Lebensmittelklarheit.de ans Netz.
Besucher werden dazu aufgerufen, irreführende Produkte mit unzureichenden Lebensmittelkennzeichnungen zu melden. Es heißt dort:
1. Sie fühlen sich durch Aufmachung oder Kennzeichnung eines Lebensmittels getäuscht?
2. Wir prüfen Ihre Meldung und bitten den Hersteller um eine Stellungnahme.
3. Wir veröffentlichen Ihre Meldung, unsere Einschätzung, die Stellungnahme des Anbieters und aktualisieren den Status.
Ein Angebot, nach dem sich die Verbraucher anscheinend geradezu gesehnt haben. Nach drei Monaten haben die Betreiber bereits tausende Beschwerden gegen Etikettenschwindel entgegengenommen. Von 3500 Produktmeldungen seien 900 bearbeitet, sagte Hartmut König, der Leiter des Projekts, dem "Tagesspiegel". Pesonal und Kapazitäten sollen ausgebaut werden um die Bearbeitung zu bewältigen.
Der Lebensmittelindustrie schmeckt das nicht. Ihr Argument: Die Produkte seien gemäß der aktuellen Gesetzeslage gekennzeichnet. Das mag stimmen, irreführend sind viele Aufmachungen aus Verbrauchersicht trotzdem und so wird der Ruf nach einer Überarbeitung der Gesetze immer lauter.
Irreführende Kennzeichnungen gibt es viele. Kalbswiener, die Schweinefleisch enthalten, Fischsticks ohne Fisch oder Zuckersirup statt Honig, sind nur einige Beispiele, die Lebensmittelklarheit.de anführt.
Verbraucherministerin Ilse Aigner stellt sich hinter das Projekt: Mit der Seite wolle sie "herausfinden, wo gegebenfalls auch Regelungen angepasst werden müssen", sagte sie. Lebensmittelklarheit.de wird von der Bundesregierung finanziert und von den Verbraucherzentralen betrieben.
Trailer (englisch)

Glückliche Kühe, auf grünen Wiesen - daran möchten wir Konsumenten glauben, wenn wir unser täglich Fleisch zu uns nehmen. Doch die Wirklichkeit der ''natürlichen'' Nahrungsmittelproduktion in Industrienationen sieht um einiges düsterer aus.
FOOD, INC. zeigt, wie eine Handvoll Konzerne darüber bestimmt, was wir essen und was wir über unser Essen wissen dürfen. Und wie verantwortungslos die Lebensmittelindustrie handelt und zur Wahrung des eigenen Profits die Lebensgrundlage zahlreicher Landwirte und die Gesundheit der Konsumenten aufs Spiel setzt...
Eine Verbraucherorganisation, die schon seit einigen Jahren sehr offensiv für klarere Lebensmittelkennzeichnung kämpft, ist foodwatch. Im Oktober 2007 startete auf www.abgespeist.de die Kampagne gegen den Etikettenschwindel und foodwatch prägte damit den Begriff der „legalen Verbrauchertäuschung“. Das heißt: Lebensmittelhersteller verstoßen mit der Kennzeichnung und Bewerbung ihrer Produkte nicht gegen den Wortlaut eines Gesetzes, führen die Verbraucher aber dennoch in die Irre.
Erstes Produktbeispiel auf abgespeist.de war der „Biene Maja“ Kinderdrink von Bauer – ein Milchgetränk, dem Vitaminzusätze und der Hinweis auf „nur 1,5 Prozent Fett“ einen leichten und gesunden Anstrich geben sollen, das aber umgerechnet pro Liter 44 Stück Würfelzucker enthält – Cola dagegen „nur“ 28.
Seitdem…
…wurden 30 Produkte auf abgespeist.de vorgestellt
…haben 3.300 Mal Verbraucher Vorschläge für ihrer Meinung nach irreführende Produkte eingereicht
…wurden 150.000 E-Mail-Beschwerden direkt an die Hersteller geschickt
Der beste Tipp ist unserer Meinung nach immer noch, weitgehend auf Fertigprodukte zu verzichten und Essen wann immer es geht aus naturbelassenen Zutaten selbst zuzubereiten. So spart man sich auch das häufig mühsame Studieren der Zutatenliste. An einem Honig, der überwiegend aus Zuckersirup besteht, kommt man dadurch aber leider auch nicht vorbei...

Was uns die Lebensmittelkonzerne auf den Teller legen
»Bio«, »Wellness«, »Tradition«: Thilo Bode, Gründer der Verbraucherorganisation foodwatch, zeigt in diesem Ratgeber auf, wie uns die Lebensmittelindustrie nach Strich und Faden belügt und was wir dagegen tun können.
Quellen: lebensmittelklarheit.de / foodwatch
Erstellt von: mr
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