Traumdeutung und Traumsymbole

Im Schlaf die Seele erkunden

Obwohl die Traumdeutung schon tausende von Jahren alt ist, ist sie für viele heute genauso aktuell. Sigmund Freud sah in Träumen unser Unterbewusstsein, das zu uns spricht und seine geheimsten Wünsche und Schwierigkeiten offenbart. Der Traum als Zugang zur Seele zeigt aber viel mehr, als auf den ersten Blick offensichtlich ist. Wir erklären, wie man seine Träume entschlüsselt.

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Sich an seine Träume erinnern

Die Traumdeutung liefert wichtige Erkenntnisse über Unterbewusstsein und Persönlichkeit und kann Hinweise auf Bedürfnisse, Hemmungen und Ängste liefern. Um seine Träume zu entschlüsseln, muss man sich natürlich daran erinnern können. Wir alle träumen, und das jede Nacht – doch nicht immer haben wir das nächtliche Geschehen am nächsten Morgen noch im Kopf. Seine Träume öfter zu behalten lässt sich aber ganz einfach üben. Bewährt hat sich vor allem das Traumtagebuch: Darin schreibt man direkt nach dem Aufwachen alles auf, ehe die Erinnerung verblasst. Wer sich vor dem Einschlafen außerdem fest vornimmt, sich an seine Träume zu erinnern, wird mit ein wenig Übung tatsächlich mehr behalten.

Hauptthema und Details entschlüsseln

Besonders spannend ist es, seine Träume über längere Zeit zu beobachten. So lassen sich Muster erkennen und die Träume im Zusammenhang miteinander leichter entschlüsseln. Natürlich hat nicht jeder Traum eine tiefgehende Bedeutung, viele sind belanglos und ohne tieferen Sinn. Träume, die einem wichtig erscheinen, sollten jedoch genauer betrachtet werden. Notiere dir alle Details, an die du dich erinnern kannst, und überlege, welches Symbol, Gefühl oder welche Situation dominiert hat. Dieses Hauptthema kannst du dann, zusammen mit den Details, interpretieren.

Typische Traumsituationen

Fliegen: Seit Urzeiten träumt der Mensch von der Fähigkeit zu fliegen. Wer im Traum fliegt und das als angenehm empfindet, hat oft die Sehnsucht, sich von seinen Alltagsproblemen zu befreien. Aber auch eine neu gewonnene Freiheit, etwa das Ende einer belastenden Beziehung, kann Auslöser für einen solchen Traum sein.

Reisen: Wer reist, wagt sich ins Unbekannte – das gilt auch fürs Träumen. Ein Traum vom Reisen kann mit einer Veränderung im Wachleben zu tun haben, etwa einer neuen Arbeitsstelle oder einem neuen Wohnort. Aber auch wer sich in seinem Leben beengt fühlt und sich nach Abwechslung und Neuem sehnt, träumt oft vom Reisen. Je weiter entfernt das Ziel, desto mehr wünscht der Träumer sich Veränderung.

Verfolgungsträume: Diese Art von Traum ist häufig und zählt zu den unangenehmsten Traumerlebnissen. Oft deutet sich hier die Flucht vor einem Problem oder inneren Konflikt an. Vor der Interpretation sollte man sich fragen: Um was für Verfolger handelte es sich? Erinnern sie an eine bestimmte Person oder einen eigenen Charakterzug? Konnte man die Verfolger abschütteln, kamen sie näher oder hat man sich ihnen entgegengestellt? Verfolgungsträume können auf ein Problem hinweisen, das vielleicht verdrängt wird, und dazu anhalten, sich ihm zu stellen.

Fallen: Das Gefühl zu fallen kann auf Unsicherheiten, Ängste und Selbstzweifel hinweisen. Probleme, die durch Veränderungen im Leben ausgelöst wurden sowie die Angst, bestimmten Ansprüchen nicht gerecht zu werden, können der Grund für einen Traum vom Fallen sein. Ein Sturz ins Leere kann auch die Angst vor der Zukunft symbolisieren.  

Nacktheit: Wer im Traum nackt ist und sich damit wohlfühlt, ist mit sich selbst im Reinen. Der Träumer möchte sich nicht mehr verstellen und sehnt sich nach Offenheit und Freiheit. Schämt man sich jedoch im Traum für seine nackte Erscheinung oder kann sogar seine Kleidung nicht finden, deutet das auf die Angst vor Bloßstellung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein hin.

Fremdgehen: Keine Angst - wer im Traum seinen Partner betrügt, braucht nicht zu befürchten, dass das in nächster Zeit wirklich passieren wird. Trotzdem sollte man sich überlegen, ob man in seiner Beziehung noch glücklich ist. Vielleicht gibt es Probleme, die man sich noch nicht eingestanden hat und Bedürfnisse, denen man nicht gerecht wird. Ein Traum vom Fremdgehen kann aber auch auf Schuldgefühle hinweisen, die mit dem Partner nichts zu tun haben müssen.

Streit: Es klingt banal - wer im Traum streitet, trägt auch im Wachleben (innere) Konflikte aus, für die es bisher keine Lösung gibt. Steht man selbst sogar im Mittelpunkt des Streits, kann es sein, dass man sich in seinem Leben momentan in die Ecke gedrängt fühlt. Wer einen Streit im Traum als Zuschauer erlebt, befindet sich möglicherweise in einer aufreibenden Lebensphase.

Versagen: Wer kennt ihn nicht, den Traum von der wichtigen Prüfung – und plötzlich fallen einem die richtigen Antworten nicht ein. Wer im Traum mit panischem Gefühl vor dem Versagen steht, trägt im Wachleben die Angst mit sich, bestimmten Anforderungen und den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden.

Zu spät kommen: Während einige in solchen Träumen einfach nicht fertig werden, um sich auf den Weg zu machen, treffen andere auf ihrem Weg auf immer neue Hindernisse. Oft handelt es sich hierbei um die Verarbeitung von Schuldgefühlen und die Angst, jemanden zu enttäuschen oder eine Chance zu verpassen. Das Gefühl der Überforderung, dass in solchen Träumen oft gegenwärtig ist, könnte auch im Wachleben zurzeit eine Rolle spielen.

Tipp: Besonders Traumsituationen, die peinlich oder bedrohlich auf den Träumer wirken, sind oft wichtige Hinweise des Unterbewusstseins.

Kleines Lexikon der Traumsymbole

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Anruf: Jemand braucht deinen Rat oder deine Aufmerksamkeit. Vielleicht hast du dich in letzter Zeit zurückgezogen.

Auto: Ein allgemeines Sinnbild für den Antrieb. Wer selbst das Auto lenkt, hat eine Sache fest im Griff oder strebt neue Ziele an. Wird das Auto falsch bedient, deutet das auf Unsicherheit hin. Eine Fahrt in einem sehr schnellen Auto steht für die Sehnsucht nach einem sexuellen Abenteuer…

Bahnhof: Der Bahnhof ist ein Ausgangspunkt für alle Ziele und steht für eine Phase der Veränderung oder verpasste Chancen. Wer Angst hat, in den falschen Zug zu steigen, ist von Zweifeln und Unsicherheiten gezeichnet. Ist der Weg zum Bahnhof versperrt, hat man Angst, ein Ziel nicht zu erreichen. Wenn du an einem Bahnhof ankommst, war dein gefällter Entschluss richtig.

Enge: Die Enge deutet auf Einschränkung und Begrenzung hin. Sie kann für ein beengtes Leben oder einen vorrübergehenden Engpass in einer neuen Situation stehen.

Geld: Geld im Traum zeigt den eigenen Energievorrat an. Wenn du Geld verlierst, gehst du mit deinen Talenten nicht richtig um. Findest du Geld, werden Kräfte in dir wachgerüttelt.

Hase: Der Hase steht für Intuition, spirituelle Einsicht und Fruchtbarkeit.

Haus: Der Gesamtzustand des Träumers und seiner Situation kann als Haus dargestellt werden. Gehst du in einen unbekannten oder leeren Raum, wirst du neue Erfahrungen sammeln, etwas verändern und neu aufbauen. Räume, die sich nicht betreten lassen, zeigen Hemmungen und Hindernisse.

Hotel: In der Anonymität des Hotels kann man etwas vor anderen oder sich selbst geheim halten und verdrängen. Die Reise in fremde Räumlichkeiten kann auch auf Veränderung hinweisen.

Kirche: Selbst bei unreligiösen Menschen steht die Kirche für Besinnlichkeit, Ruhe und Schutz. Wenn du von einer Kirche träumst, suchst du Ausgeglichenheit und möchtest in Ruhe nachdenken. Geschieht in der Kirche etwas Obszönes, kann das für Unbeherrschtheit stehen.

Pizza: Die Pizza ist ein erstaunlich häufiges Traumsymbol. Meist wird damit ein lockerer, erholsamer Abend mit Freunden verbunden.

Schule: Angenehme Träume von der Schule bedeuten, dass ein Lernprozess im Gange ist. Albträume zeigen, dass man bald vor einer Prüfung des Lebens stehen wird.

Sex: In erotischen Träumen kann sich der Wunsch andeuten, mit jemandem auf vertrauter Ebene zu kommunizieren. Wird der Sex im Traum unterbrochen, zeigt das unterdrückte Hemmungen.

Verirren: Wenn du im Traum umherirrst, weißt du nicht so recht, was du eigentlich willst. Dies ist ein typischer Traum bei Veränderung im Leben.

Weinen: Im Traum zu weinen kann innere Anspannungen lösen – vor allem, wenn man im Wachleben nicht weinen kann.

Bücher zum Thema...

Sigmund Freud

Die Traumdeutung

640 Seiten
Format: 19,5 x 16 cm

ISBN: 978-3-86647-449-9

Wolfgang Mertens

Traum und Traumdeutung

142 Seiten
Format: 18x2 x 11,8 cm

ISBN: 978-3-40643-317-7

Renate Koch

Träume deuten - aber richtig

Die 500 wichtigsten Symbole und ihre Deutungen

248 Seiten, Broschur
Format: 12,5 x 18 cm

ISBN: 978-3-89994-208-8

Erstellt von: jr

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