
(djd/pt). Auf leisen Sohlen schleichen sie durchs Unterholz, klettern auf Hochsitze und harren oft Stunden in Kälte und Dunkelheit aus. Unter den derzeit mehr als 350.000 Jagdscheininhabern in Deutschland sind immer mehr weibliche Grünröcke. Die einstige Männerdomäne wackelt. Die Zahl der Frauen, die ihre Leidenschaft für die Jagd entdecken, wächst stetig. Inzwischen sind rund 20 Prozent der Teilnehmer in den Jagdschulen weiblich. Das hat eine vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtspsychologie der Universität Bremen (IRP) durchgeführte bundesweite Befragung unter angehenden Jägerinnen und Jägern ergeben. Noch vor 20 Jahren lag der Anteil der Frauen unter den Jagdscheininhabern bei nur einem Prozent.
Für Jägerinnen geht es primär um die Hege, also den Schutz der Artenvielfalt von Wildtieren und die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen. Zudem gehen Jägerinnen einfach gern in die Natur und haben Freude an der Jagd. In diesen Motiven unterschieden sich Männer und Frauen nicht. Allerdings ist der Verzehr von Wildbret den Jägern oft wichtiger als ihren weiblichen Kollegen, die eher über die Ausbildung ihrer Hunde zur Jagd kommen. "Gerade junge Frauen zieht es hinaus in die Natur, sie sind dabei längst keine Exotinnen mehr. Mit ihrem fundierten Wissen über Feld, Wald und Wild stellen sie die einstige Männerwelt gehörig auf den Kopf", sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer.
Doch auf dem Weg zur Jungjägerin ist viel Fleiß erforderlich: Bis zu 180 Pflichtstunden in Kompaktkursen oder Langzeitlehrgängen müssen die Anwärter absolvieren und sich intensiv mit Fächern wie Biologie, Waffenkunde, Fleischhygiene oder Rechtswissenschaft befassen, um die staatliche Prüfung zu bestehen. Zusätzlich üben sie am Schießstand den verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe. Mehr Informationen zu den Vorbereitungskursen gibt es auf www.jagdnetz.de im Internet. Wer seinen Jagdschein in Händen hält, folgt damit übrigens einer guten Tradition: Schon in der alten Mythologie hatten Frauen wie die Göttin Diana bei der Jagd das Zepter in der Hand.
"Grünes Abitur"
Die Jägerprüfung wird wegen ihres Schwierigkeitsgrades auch das "Grüne Abitur" genannt. Den Jagdscheinanwärtern wird neben der Schießprüfung viel Fachwissen abverlangt. Auf dem Stundenplan stehen Themen wie Wildhege und Fütterung, Wildkrankheiten, Naturschutz, Wald- und Landbau oder Wildbiologie. Dazu kommen viele Paragrafen und Rechtsvorschriften: Das Jagd-, Waffen-, Bundesartenschutzgesetz und zahlreiche weitere Vorschriften legen fest, wer was, wann und wie erlegen darf. Die Durchfallquote beträgt 17 Prozent, in einzelnen Bundesländern sogar bis zu 40 Prozent.
Unter www.jagdnetz.de gibt es Informationen.
Erstellt von: mr
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