Ostern

Osterbräuche aus aller Welt

Eier gibt es zu Ostern eigentlich überall. Doch wer sie bringt und wie sie aussehen ist weltweit nicht einheitlich festgelegt. Auch pflegen andere Nationen die unterschiedlichsten Traditionen rund um das Osterfest – Heringe werden zu Grabe getragen, es wird Smingus-Dyngus praktiziert und an Türen geklopft.

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Finnland

In Finnland kann der Winter ziemlich lange dauern. Um diesen zu vertreiben, ziehen die Kinder an Ostern von Haus zu Haus - als Hexen und Gespenster verkleidet und bewaffnet mit allem, was ordentlich Krach macht. Für Süßigkeiten und Geld sagen sie an den Haustüren Gedichte auf - erinnert uns ein wenig an Halloween. Erwachsene praktizieren den Brauch des "Rutenschlagens" am Palmsonntag: Mit einer "Virpovitsa" (Birkenrute) schlagen sich Freunde, Verwandte und Bekannte gegenseitig auf den Rücken - das soll Glück bringen. Eine traditionelle Speise ist "Mämmi", ein Brei aus Roggenmalz, der in kleinen Pappkartons im Ofen gebacken und mit Zucker und Sahne serviert wird.

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Russland

In Russland ist Ostern das wichtigste und prächtigste kirchliche Fest des Jahres. Wie in Griechenland wird auch hier nach dem Julianischen Kalender gefeiert. Nicht nur Gläubige, sondern alle Menschen strömen an Ostern in die Kirchen. Traditionelle Speisen zu Ostern sind Kulitsch, Paskha (Quarkkuchen) und mit Zwiebelschalen gefärbte Eier.

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Irland

Zum Ende der Fastenzeit werden in Irland Tanzwettbewerbe auf den Straßen veranstaltet. Der Preis: Kuchen. Ein weiterer Brauch in manchen Orten ist das "Heringsbegräbnis", was genau das ist, wonach es klingt: Meist organisiert vom örtlichen Metzger werden Heringe - ein Hauptnahrungsmittel während der Fastenzeit - zu Grabe getragen. Am Ostersonntag gibt es traditionell Lauchsuppe und Lamm zu Hause im Kreise der Familie.

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Litauen

Das Ostermahl in Litauen beginnt jedes Jahr mit dem Eiertitschen: Einer hält sein hart gekochtes, bunt bemaltes Ei hin, der andere "titscht" es mit seinem Ei. Das Ei, das nicht kaputt geht, wird nicht gegessen. Danach wird gespeist. Traditionelle Gerichte sind Schweinskopf, Spanferkel, Kalbsschinken, Wurst und Käse - dazu getrunken werden Bier, Kwas (eine Art Brottrunk), Ahorn- und Birkensaft.

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Dänemark

Das Osterfest in Dänemark hat viel mit unsem gemeinsam. Bunte Eier, Osterglocken und der Osterhase, welcher im Garten Eier und Süßigkeiten für die Kinder versteckt. Typisch dänisch ist das österliche Versenden von so genannten "Gaekkebreve" (Narrenbriefen). Kunstvoll verziert, in Reimen und ohne Absender erreichen diese lustigen Aufmerksamkeiten den Adressaten, der den Urheber erraten muss. Gelingt es ihm, ist der Absender der Narr - gelingt es ihm nicht, darf er sich selbst "Gaekk" nennen. Traditionell muss der Gaekk dem Nicht-Gaekk einen Kuss geben. Gegessen werden Eier in Senfsoße.

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Griechenland

Typisch für das orthodoxe Griechenland sind große, feierliche Messen in der Nacht zum Ostersonntag (nach dem Julianischen Kalener - also meist eine Woche später als bei uns). Alle Gläubigen bringen brennende weiße Kerzen mit, die um Mitternacht alle - bis auf eine - gelöscht werden. An dieser Kerze werden die anderen anschließend wieder entzündet, sie symbolisiert die Auferstehung. Griechische Ostereier sind ausschließlich rot gefärbt.

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Australien

Verlobte australische Paare schöpfen an Ostern fließendes Wasser aus einem Bach und besprengen sich vor der Hochzeit damit - das soll Glück bringen. Auch sind die Australier davon überzeugt, dass das Kaninchen den Lebensraum des Biblies - eines kleinen Beuteltieres mit großen haarlosen Ohren - eingenommen hat. Deswegen werden dort keine Schokohasen, sondern Schokobiblies verspeist.

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Bulgarien

Statt des uns bekannten Ostereier-Versteckens wird in Bulgarien mit den (hoffentlich gepellten) Eiern geworfen. Gerne werden die Eier auch an einer Kirchenwand oder an einem anderen Ei aufgeschlagen.
Zu essen gibt es Osterbrot, das aus Eiern, Früchten und Zucker besteht und von unverheirateten Mädchen zubereitet werden muss.

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Portugal

Wie in anderen katholischen Ländern werden die Osterfeierlichktein in Portugal von Prozessionen und Gottesdiensten bestimmt. Ein typisches Oster-Gebäck ist der Folar. Ein Kuchen, der jedes Jahr von den Paten an ein Kind überreicht wird - bis zu dessen Hochzeit. Heutzutage wird der Folar aber oft durch andere kleine Geschenke oder Geld ersetzt.

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Schweden

Schwedische Wohnungen werden zu Ostern mit Birkenzweigen und bunten Federbüschen geschmückt. Am Gründonnerstag ziehen Mädchen und Jungen als "Osterweiber" ("Paskäring") mit langen Röcken und Kopftüchern verkleidet von Haustür zu Haustür, hinterlassen Osterbriefe und erhalten dafür Süßigkeiten oder Geld. Wie in Dänemark und Norwegen ist auch in Schweden Gelb die dominierende Oster-Farbe - die Eier bringt deswegen auch das Oster-Küken.

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Spanien

Auch in Spanien gibt es zu Ostern im gesamten Land Prozessionen - die bekannteste in Sevilla.
Jungen und Mädchen tragen am Ostersonntag Palmwedel in die Kirche, die vom Priester gesegnet werden. 

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Italien

Im katholischen Italien gibt es am Karfreitag vielerorts Prozessionen, bei denen ein Kreuz durch die Straßen getragen wird. Die Straßenlaternen sind aus und es brennen nur Kerzen. Niemand spricht und auch die Kirchenglocken schweigen. Als Ostermahl gibt es eine "Ostertorte" - ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat und als süßen Gegenpol die "Paloma di Pasquetta", welche unserem Gugelhupf ähnelt.

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Schottland

In Schottland wird ein Brauch aus keltischen Zeiten zelebriert: Osterfeuer auf den Hügeln der Highlands, um böse Geister zu vertreiben und den Beginn des Frühlings zu feiern.

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Polen

Am Ostersamstag füllen die katholischen Polen einen Korb mit bemalten Eiern, Brot, Kuchen, Salz, Papier und weißen Würsten, den sie am Ostersonntagg zur Kirche bringen und segnen lassen. Am Ostermontag bespritzen sich die Leute gegenseitig mit Wasser. "Smingus-Dyngus" nennt sich dieser Brauch, der auf die Taufe des Prinzen Mieszko I. zurückgehen soll, der 966 n. Chr. den Polen das Christentum brachte.

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