Kindliche Kreativität begleiten

"Ich mal mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt"

Die Welt mit allen Sinnen erfassen – Kinder fangen schon früh an ihre Umgebung robbend und krabbelnd zu erkunden. Die Jüngsten verfügen von Natur aus über großen Ideenreichtum und wenden ihre ganz eigenen kreativen Problemlösungen an. Dieses selbstständige Erproben, Erfinden und Erkunden können Eltern auf musikalischer, malerischer und sprachlicher Ebene unterstützen und so Kinder in ihrem kreativen Handeln bestärken.

An die Pinsel, fertig, los: Kinder handeln spontan und finden ihre eigenen kreativen Lösungswege. Ihr Ideenreichtum und ihre Spontanität kann früh gefördert werden.
© VTT Studio / Fotolia

Offenheit, Neugierde und Fantasie – Kindliche Grundlagen zur Kreativitätsförderung

Der Begriff "creativity" (Kreativität) wurde erstmals von J.P. Guilford im Jahr 1949 erwähnt. Der Begriff Kreativität umschrieb dabei einen weiteren Bereich, der neben der Intelligenz bei der Messung von schöpferischen Fähigkeiten behilflich sein sollte. Die Gesellschaft strebte nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden technischen Entwicklungen nach schöpferischen Menschen, die neben ihrer Intelligenz auch Kreativität mitbrachten. Es wurden Instrumente entwickelt, die dabei helfen sollten, die kreative Begabung beurteilen und fördern zu können. Zunehmend wurde die Kreativität als kognitiver Prozess angesehen, der stark von äußeren Faktoren abhängt. So beschreiben nach einer Studie der Universität Duisburg-Essen mehrere Forscher, dass Kreativität zwar teilweise genetisch bestimmt ist, aber sich mit den Jahren entwickelt und gefördert werden kann. Gerade in der heutigen Gesellschaft ist die frühe Förderung von kreativem Handeln und Denken wichtig, denn diese fordert zunehmend individuelle sowie kreative Entscheidungen und Konfliktlösungen.

Im Kindesalter gestaltet sich die Förderung besonders einfach, da Kinder bereits über viele Charaktermerkmale verfügen, die den Ausbau der Kreativität erleichtern: Sie sind neugierig, offen, fantasievoll und treten neuen Dingen meist mit einer hohen Motivation gegenüber. Ihre kreative Kompetenz können Kinder ohne Zwang entwickeln, da sie keinen strengen Vorgaben, sondern in der Regel alleine ihrer Fantasie folgen, um sich selber auszuprobieren.

Pinsel und Stifte über das Papier sausen lassen

Den Pinsel in die Farbe tunken und einfach drauf los malen – mal sehen, was dabei entsteht: Die meisten Kinder denken beim Malen nicht viel nach, sondern lassen ihren Gefühlen und Gedanken einfach freien Lauf. Der passenden Farbkomposition oder den richtigen Größenverhältnisse wird dabei meist keine große Beachtung geschenkt, denn warum muss der Himmel blau und der Hund kleiner als das Haus sein? Die Jüngsten lassen ihre Fantasie spielen und stärken damit nicht nur ihre Kreativität, sondern bauen auch innere Spannungen ab und schulen ihre Grob- und Feinmotorik. Beim Malen werden somit einerseits das kreative Handeln und andererseits die kognitive Entwicklung gefördert, so die Kinderpsychologin Miriam Bachmann.

Die Eltern können beim Malprozess mit kleinen Anleitungen unterstützen, indem gemeinsam mit den Kindern Wunschzettel, Einladungen oder Geschenke mit Bildern gestaltet werden. So lernen die Jüngsten, dass mit dem Malen und Gestalten auch Emotionen und Botschaften vermittelt werden können. Zur Gestaltung können unterschiedliche Mal- und Bastelutensilien zur Verfügung gestellt werden, mit denen sich die Kinder ausprobieren – unter anderem Fingerfarben, Bürsten, Schwämme, Stempel (Kartoffeldruck), Pappkartons, Klopapierrollen, kindgerechte Scheren, Knöpfe oder Tapeten- und Stoffreste. Für die ersten Malversuche eignen sich dicke Wachsmalstifte, die nicht so schnell durch die kleinen Hände rutschen und mit denen die Kinder ohne Probleme auch mal etwas fester auf das Papier drücken können, ohne den Stift abzubrechen. Zudem gibt es spezielle Buntstifte, die das Halten des Stifts durch eine Dreikantform und Mulden erleichtern. Diese Stifte eignen sich meist auch für Rechts- und Linkshänder und helfen durch ihre spezielle Form beim Erlernen der richtigen Handhaltung beim Schreiben und Malen – die Finger bleiben auch bei wilden Mal- und Schreibaktionen locker und verkrampfen nicht.

Vorlesen – Zwischen Ritual, Zauberei und Kompetenzförderung

Damit das Vorlesen die emotionalen, sprachlichen und auch kreativen Fähigkeiten des Kindes fördert, sollten die Bücher nach dem Alter des Kindes ausgewählt werden.
© lagom / Fotolia

Geschichten über die Prinzessin, die vor dem gefährlichen Drachen gerettet wird oder dem Zauberer und der Hexe, welche mithilfe von Magie die Fabelwelt retten, sprechen die Fantasie und die Emotionen der Kinder an. Das Vorlesen gehört innerhalb der Familie oft zum Tagesablauf dazu und ist ein festes Ritual, das den Kindern Halt im oft stressigen Alltag gibt. Die gemeinsamen Vorlesestunden fördern nicht nur die Sprachkompetenz, sondern schaffen Nähe zwischen Kindern und Eltern und stärken die Kreativität. Denn das Vorlesen erweitert den kindlichen Horizont und gibt damit neue Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung. Um das Kind effektiv in seinen emotionalen, sprachlichen und kreativen Fähigkeiten zu fördern, ist es wichtig, altersgerechte Bücher auszuwählen und möglichst früh – zum Beispiel mit Bilderbüchern – mit dem Vorlesen zu starten. Eine bundesweite Untersuchung bestätigt die positiven Effekte des frühen Vorlesens, denn diese hat unter anderem gezeigt, dass die durchschnittliche Deutschnote bei Kindern, denen vorgelesen wurde, sieben Zehntel über der Note liegt, die Kinder erzielt haben, denen selten/nie vorgelesen wurde. Zudem haben 91 Prozent der 524 befragten Kinder (zwischen acht und zwölf Jahren), denen bevor sie schreiben konnten vorgelesen wurde, vermittelt, sich für ganz viele verschiedene Dinge zu interessieren und 89 Prozent von 524 befragten Müttern ihr Kind vor allem als phantasievoll und spontan (58 Prozent) beschrieben. Und Phantasie und Spontaneität sind nicht zuletzt wichtige Pfeiler, die die kreative Entwicklung fördern. 

Musik, Tanz und Bewegung – Rhythmusgefühl im und außerhalb des Mutterleibs

Das Baby kann sich nach der Geburt an die Lieder erinnern, die es durch den Bauch gehört hat. Mittlerweile kann das Baby auch mit dem Babypod im Bauch Musik hören.
© Milkos / Fotolia

Die Kreativität der Kleinsten lässt sich auch durch Musik fördern – kein Wunder, denn jedes Kind verfügt über eine gewisse Grundmusikalität und zwar bereits im Mutterleib. Der Fötus hört im Mutterleib mit und kann sich auch nach der Geburt noch an bestimmte Lieder erinnern, was die Gehirnreaktion von Neugeborenen beweist.

Den neuesten Trend zur musikalischen Beschallung, haben Forscher eines spanischen Instituts Anfang des Jahres auf den Markt gebracht – der Babypod. Mit dem Babypod können Babys ab der sechzehnten Woche, in der sie beginnen verschiedene Töne wahrnehmen, nicht mehr nur durch den Bauch, sondern auch im Bauch rhythmischen Klängen lauschen. Denn Schallwellen, die erst durch die Hautschicht dringen müssen, erreichen das Gehör des Fötus nach den Entwicklern oft nur schwach. Das aus Silikon bestehende Babypod, welches einem Tampon ähnelt und vaginal eingeführt wird, löst dieses "Problem" und ermöglicht dem Ungeborenen eine bessere Akustik. Mit der Verbindung des Babypods zum Smartphone (Plug-In-Anschluss) kann das Ungeborene Klänge erreichen, die nur so laut wie ein Flüstern sind. Das Babypod ist nicht schädlich für das Ungeborene und kommt ohne Batterien, Radiofrequenzen oder Bluetooth aus.

Nach der Geburt kann die Musikalität weiter gefördert werden, zum Beispiel im Rahmen einer musikalischen Früherziehung, die nicht nur auf die Erlernung eines Musikinstrumentes, sondern durch die oft angewendete Kombination von Musik, Tanz und Bewegung auch die kreativen, motorischen und sprachlichen Fähigkeiten ausbauen kann. Es werden Lieder gesungen, das Glockenspiel oder die Triangel geschlagen sowie der eigene Körper über den Boden oder bunte Tücher zum Rhythmus der Musik bewegt. Die Angebote musikalischer Früherziehung werden meist von Diplommusiklehrern an öffentlichen oder privaten Musikschulen betreut, sind in der Regel für Kinder zwischen vier und sechs Jahren zugeschnitten, finden einmal in der Woche statt und dauern meist maximal anderthalbstunden lang. Die Kombination aus Klängen, Sprache und Bewegung spricht mehrere Bereiche des kindlichen Gehirns an und stärkt neben der Musikalität, die Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität der Kinder.

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