Interview mit Benedict Wong

"Ich bin ein Liebhaber, kein Kämpfer"

Der Marvel-Hit "Doctor Strange" zeigt Benedict Wong als einen Martial-Arts kämpfenden Bibliothekar namens Wong. Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft für Comics und Stereotypen.

Interview: Leonie Habisch


Fun Facts: Benedict Wong spielt in Doctor Strange den Bibliothekar "Wong" und am Set wurden er und Benedict Cumberbatch "Benedict 1 und 2" genannt.
© Marvel 2016

amicella: Als Kind hast du Comicbücher gesammelt. Wie hat es sich für dich angefühlt einen der Hauptcharaktere in Doctor Strange zu spielen?

Benedict Wong: Großartig. Ich habe früher Spiderman Comics gesammelt, die ich alle aus einem kleinen Comicladen in Manchester hatte und es ist schön zu sehen, dass meine ganzen Investitionen als Kind für dieses große Kind jetzt belohnt werden. Ich kann es kaum glauben, aber es ist Realität und ich bin dankbar ein Teil des Marvel Universums zu sein.

Was mochtest du an Spiderman und seiner Geschichte?

Ich war sehr früh Feuer und Flamme für die Cartoons. In der Spiderman Version aus den 80er Jahren kann man ganz offensichtlich den Draht sehen, mit dem er Gebäude hochklettert. Einmal ist er ein bekanntes Gebäude in Hong Kong hochgeklettert und zu der Zeit war ich selbst in Hong Kong. Ich war sieben oder acht Jahre alt und habe meine Tante besucht, die in genau diesem Gebäude gearbeitet hat. So entstand eine richtige Bindung für mich.

Welche Superhelden würdest du gerne zukünftig im Kino sehen?

Sie scheinen sie momentan alle zu verfilmen, oder? Infinity wäre sicherlich sehenswert. Mal schauen, was da noch kommt.

Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?

Ich bin da eher reingerutscht. Ich habe zwei Jahre lang einen Kurs belegt und hatte keine Ahnung von Schauspielerei. Ich bin nicht einmal sicher, ob sich das inzwischen geändert hat. Ein Freund von mir war Schauspieler und hat mir beim Vorsprechen geholfen. Zu der Zeit habe ich mich in die Schauspielerei verliebt. Ich ging immer zu einem französischen Theater in Manchester und habe mir dort tourende Theater-Ensembles angeschaut. Da wischte man den Boden und bekam anstatt bezahlt zu werden ein Bier und durfte all diese unglaublichen Shows angucken. Ich sah einfach alles. Zeitgenössischer Tanz, Mimen, Stücke auf Spanisch und Sachen, die ich mir sonst nie angesehen hätte. Dann gab es noch ein kleines Theater einer liebenswerten Lady, die mich hereinließ, um die Stücke anzusehen. Das war die Brutstätte meiner Liebe zur Schauspielerei so in den frühen 90ern. Und 25 Jahre später bin ich immer noch dabei.

Wong in Doctor Strange ist sowohl ein cleverer Bibliothekar als auch ein knallharter Kämpfer. Mit welcher seiner zwei Seiten identifizierst du dich mehr?

Ich bin ein bisschen von beidem. Ich bin ein Liebhaber, kein Kämpfer. 

Du sprichst häufig über Diversität in Filmen. Kannst du erläutern, was für eine Motivation dahinter steckt?

Ich bin ein Botschafter für "Act for Change" ("Schauspielen für Veränderung", Anm. d. Red.). Wir versuchen ethnische Minderheiten, wie zum Beispiel schwarze oder asiatische Schauspieler, zu unterstützen. Im Mainstream gibt es einen Mangel an Diversität. Doctor Strange ist allerdings ein gutes Beispiel für Diversität und wir fordern sowas heraus.

Was macht Doctor Strange in deinen Augen zu einem guten Beispiel für Diversität?

Wir haben zwei starke weibliche Hauptcharaktere mit Tilda (Tilda Swinton als Die Älteste, Anm. d. Red.) und Rachel (Rachel McAdams als Christine Palmer, Anm. d. Red.). Die Rollen für Tilda und Chewital (Chewital Ejiofor als Meister Mordo, Anm. d. Red.) sind extra für die beiden angepasst worden. Und der Charakter von Wong wurde verwegener gestaltet. All seine Eigenschaften, wie das Tee zubereiten und servieren, das Typische der 60er Jahre, wurden weggelassen. Es wurde eher ein intellektueller Mentor und Feldwebel kreiert. Ich glaube, für das Publikum ist das sehr erfrischend zu sehen.

Erstellt von: lsh

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