
Iris Kronenbitter von der Gründerinnenagentur über die Motive von Frauen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.
Frauen gründen anders und sie gründen durchaus auch noch in höherem Alter. Iris Kronenbitter, Projektleiterin der „bundesweiten gründerinnenagentur“ (bga) erläutert im Interview mit „frauenmachenkarriere.de“, wie das Gründungsverhalten von Frauen aussieht: „Frauen gehen anders an das Thema heran. Sie sind sehr daran interessiert, sich einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz zu schaffen. Meist wollen sie verschiedene Rollen in Einklang bringen - als Partnerin, als Mutter, als Erwerbstätige. Und wenn beispielsweise die zeitlichen Ressourcen begrenzt sind, sind eben auch die Erwartungen an das Unternehmenswachstum entsprechend. Bei Frauen geht es bei der Existenzgründung um einen Lebensentwurf, der auch Raum für sie selbst lässt. Grundsätzlich kann man sagen, dass Frauen häufiger in einem überschaubaren Rahmen gründen und den Markt realistisch einschätzen.“
Nach Zahlen des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) sind von den 4.080.000 Selbstständigen in Deutschland 1.288.000 Frauen, also rund 28 Prozent. Mehrheitlich sind die selbstständigen Frauen im Bereich Dienstleistungen (763.000) tätig, gefolgt von Handel, Gastgewerbe und Verkehr (329.000), Produktion und Baugewerbe (94.000) sowie Land- und Forstwirtschaft (42.000). Darüber hinaus gibt es ca. 400.000 Freiberuflerinnen.
Die Tendenz zum Sprung in die Selbstständigkeit steigt. Wie das Portal frauenmachenkarriere.de in einem Dossier schreibt, werden auch aufgrund des demografischen Wandels selbstständige Frauen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Dabei weisen erfahrene, beruflich schon vorher erfolgreiche Gründerinnen meist gegenüber jüngeren Personen im Unternehmertum sehr viele Pluspunkte vor, beispielsweise Eigenkapital, Branchenkenntnisse, aktuelles fachliches Know-how und ausbaufähige Kontakte zu Kunden.
Langjährige Lebens- und Berufserfahrungen („Erfahrungsschatz“) älterer Frauen führen dazu, dass Risiken realistischer beurteilt werden und die jeweilige Gründung diszipliniert sowie zielgerichtet und gut organisiert umgesetzt wird. „Es gibt kein optimales Alter für ein Firmengründung, es kommt immer auf die Lebenssituation an“, betont Iris Kronenbitter von der Gründerinnenagentur im Gespräch mit frauchenmachenkarriere.de: „Ich würde sagen, die Idee ist entscheidend. Know-how und Branchenkenntnisse sind wichtig, es gilt den richtigen Zeitpunkt und vielleicht eine Nische zu erwischen. Nicht wenige Frauen bilden sich beispielsweise in der Elternzeit weiter und wagen dann den Sprung in die Selbstständigkeit. Viele Frauen mit Anfang vierzig sagen, nun habe ich Erfahrung im Beruf und einiges an Lebenserfahrung, nun probiere ich es alleine.“
Erstellt von: fy