Wohnen

Zero Waste: Tipps für weniger Müll im Alltag

Das Zauberwort heißt: WIEDERVERWENDBAR!

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Jeder Deutsche produziert im Durchschnitt über 600 kg Müll pro Jahr. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, wenn man bedenkt, dass die 4-köpfige Familie der Zero Waste Pionierin, Bea Johnson, gerade mal auf ein Einmachglas kommt – und trotzdem auf nichts verzichtet. Die Bloggerin lebt bereits seit 2008 mit ihrem Mann und zwei Kindern ohne Müll zu produzieren. Was unmöglich klingt, setzen die Johnsons mit 5 Prinzipien um, die ihr Leben verändert haben:

  1. Refuse: Kauf nichts, was du nicht wirklich brauchst
  2. Reduce: Reduzier alles, was du wirklich brauchst
  3. Reuse: Verwende Produkte, die wiederverwendbar sind
  4. Recyclen: Recycle alles, was recyclebar ist
  5. Rot: Kompostiere, anstatt alles in den Restmüll zu werfen

Mit ihrem Lebenswandel hat Bea Johnson eine weltweite Zero Waste Bewegung angestoßen. Die Müllvermeidung ist nämlich unglaublich einfach. Durch die wiederverwendbaren Alternativen schonen wir Ressourcen und langfristig auch unser Budget. Schon mit 12 einfachen Tricks und Ideen, kannst du sofort Müll reduzieren, ohne dich groß umstellen zu müssen. Die Tage, an denen du den großen Sack Müll rausbringen musst, vorbei!

Zero Waste im Bad

Der Einkauf im Drogeriemarkt ist schwierig, weil alles von Q-Tips bis Shampoo verpackt ist und automatisch einen großen Berg Müll entstehen lässt. Hier gilt: Was du nicht ohne Verpackung kaufen kannst, stellst du selber her! Es gibt zahlreiche Rezepte für Deo, für Putzmittel und Beauty-Produkte zum Selbermachen. Was sich aufwändig anhört, ist in Wahrheit einfach und schnell gemacht und entlastet sogar das Portemonnaie.

  1. Tampons: Tampons produzieren unglaublich viel Müll und sind vergleichsweise teuer. Eine Alternative sind Menstruationstassen aus medizinischem Silikon: Sie sind wie ein flexibler Becher geformt, der sich der Körperform anpasst und das Menstruationsblut auffängt. Im Gegensatz zu Tampons geht von ihnen keine Infektionsgefahr aus. Sie trocknen die Schleimhäute nicht aus und halten bis zu zehn Jahre, sodass sich die Investition von 15 bis 20 Euro schnell rentiert.
  2. Binden: Wer sich mit Tampons nie anfreunden konnte, greift zur Binde. Auch die gibt es à la Zero Waste: Waschbar und aus Bio-Stoffen, ohne Bleichmittel und Chemie wie in den Wegwerfbinden. Dasselbe gilt für Slipeinlagen.
  3. Wattepads: Statt gebleichter Pads aus Baumwolle oder synthetischen Stoffen, die nach der Gesichtsreinigung im Kosmetikeimer landen, eignen sich wiederverwendbare Pads aus Baumwolle, die man in der Waschmaschine reinigen kann. Es gibt die Zero Waste-Pads fertig zu kaufen, oder man näht sie aus alten Handtüchern oder Stoffresten selbst.
  4. Abschminktücher: Das praktische an Abschminktüchern? Im Gegensatz zu Wattepads sind sie bereits mit einer Make-up-lösenden Flüssigkeit getränkt. Eine Alternative zum Abschminken ist die Wunderwaffe Kokosöl auf einem wiederverwendbaren Pad. Damit löst man Make-up ebenso schnell und gründlich.
  5. Duschgel: Die Plastikflasche unseres Duschgels müssen wir zwar nur alle paar Wochen entsorgen. Die meisten herkömmlichen Duschgels enthalten aber bedenkliche Inhaltsstoffe, die wir erst in unsere Haut einmassieren und beim Abwaschen dann in unser Wasser spülen. Stattdessen kann man zu Seifenstücken greifen, die selbst in Supermärkten oft komplett unverpackt oder mit einer Pappbanderole verkauft werden. Am besten eignet sich Natur- oder Pflanzenölseife, denn die darin enthaltenen natürlichen Öle pflegen die Haut, anstatt sie auszutrocknen.

Zero Waste im Haushalt

  1. Küchenrolle: Aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus kann man vieles herstellen – auch saugstarke, reißfeste und vor allem waschbare Papiertücher. Eine weitere Alternative sind dünne Handtücher und Stofflappen. Wer auf DIY steht, kann diese aus Stoffresten oder alter Kleidung auch selbst herstellen.
  2. Papierservietten: In schicken Restaurants erwarten wir nicht weniger, als eine elegante Stoffserviette hübsch gefaltet auf dem Teller zu finden. Warum nicht auch zuhause? Stoffservietten sind wiederverwendbar und haben Stil.
  3. Papiertaschentücher: Als tapfere Ritter noch durch die Lande ritten und Tinder höchstens eine ferne Zukunftsvision war, ließen noble Fräuleins ihr Taschentuch fallen, um den Edelmann ihrer Wahl auf sich aufmerksam zu machen. Romantisch und raffiniert – mit einem Stofftaschentuch jedenfalls. Das kann man nach Gebrauch in die Waschmaschine stecken und wenn man möchte, mit seinen Initialen besticken lassen oder parfümieren. Es lohnt sich, bei Tanten, Mama und Oma nachzufragen, die haben bestimmt das ein oder andere Stück abzugeben.
  4. Frischhaltefolie, Alufolie: Mit Wachstüchern kann man Schalen mit Essen luftdicht abdecken und so frisch halten, Wraps einwickeln oder das Pausenbrot verpacken. Danach wischt man sie einfach feucht ab. Die Wachstücher gibt es fertig zu kaufen, mit Stoffresten und etwas Bienenwachs kann man aber auch ein kleines DIY-Projekt daraus machen.
  5. Brottüten: Ganz altmodisch: Die gute alte Brotdose, klassisch aus Plastik oder besser noch aus Metall, Glas oder Bambus. Darin kann man nicht nur belegte Brote mitnehmen, sondern auch Nüsse, Rohkost oder die Reste vom Abendessen.
  6. Spülschwamm: Küchenschwämme sind verkeimter als der Sitz einer Toilette. Deswegen ist es nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch für die Hygiene ratsam, eine Spülbürste zu benutzen. Die kann man sogar in der Geschirrspülmaschine reinigen.
  7. Gefrierbeutel: Plastikfreies Einfrieren geht so: Das Gefriergut auf einem Blech verteilen und einfrieren lassen. Dann z. B. in ein leeres Marmeladenglas oder ein Einmachglas füllen und zurück in den Gefrierschrank damit. Ist das Gefrierfach zu klein oder voll für ein Blech, kann man die Lebensmittel auch direkt im Glas einfrieren, allerdings kleben sie dann leicht zusammen. Wenn man sie sowieso wieder zusammen verwenden will, macht das aber nichts.
  8. Teebeutel: Statt fertige Teebeutel zu kaufen, kann man losen Tee in ein Tee-Ei füllen, und zwar immer wieder.
  9. Geschenkpapier: Nur ein paar Stunden, nachdem es von der Rolle aufs Geschenk gekommen ist, landet es meistens schon wieder in der Tonne. Auf der Suche nach Alternativen zum klassischen Geschenkpapier darf man kreativ werden: Zeitungspapier kann, mit einer hübschen Schleife und z. B. einem Tannenzweig als Deko, richtig künstlerisch aussehen. Ein schönes Geschirrtuch ist gleichzeitig Verpackung und Teil des Geschenks. Geschenkkartons kann der Beschenkte wiederverwenden, genauso einen Stoffbeutel. Statt die Verpackung mit Klebestreifen zu verschließen, kann man mit verschiedenen Schnüren und Knoten experimentieren.

Tipp: Einwegartikel und Gegenstände aus Plastik gegen wiederverwendbare, umweltfreundliche Ersatzprodukte auszutauschen, ist zwar der Sinn von Zero Waste – aber das alte Stück einfach wegzuwerfen, wäre schade. Alternativen zur Mülltonne lauten: Aufbrauchen, verkaufen, verschenken, spenden oder recyclen.

Erstellt von: jr

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