

Für Fiorella Mazzone ist Rio ein Komplettpaket aus Stadt, Natur, Strand und Meer. Die 26jährige Studentin kam aus Paraguay nach Rio, um dort ein Praktikum im Bereich Molekularbiologie zu machen.
Hier sind Fiorellas Insidertipps für Rio de Janeiro:
In Rio sollte man unbedingt Feijoada essen, das brasilianische Nationalgericht. Ein Bohneneintopf, der bei der Feijoada completa noch mit carne sec (typischem brasilianischem Trockenfleisch), verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten sowie Schweinsohren, -füßen und Schwänzchen verfeinert wird. Letzteres wird aber nur für den Geschmack verwendet und ist nicht zum Verzehr gedacht. Der Eintopf wird mit Reis, Farofa (Maniokmehl) und einer Art Grünkohl serviert. Der beste Ort für Feijoada ist in Santa Teresa in der Bar do Mineiro – allerdings kann es da passieren, dass man bis zu einer Stunde oder länger auf einen Tisch warten muss, am bestens lässt man sich auf die Warteliste setzen und trinkt dann erst einmal gemütlich ein Bier auf der Straße.
Für den kleinen Hunger zwischendurch sind Salgados (salziges Teiggebäck mit verschiedenen Füllungen wir Hühnchen, Käse oder Hackfleisch) wärmstens zu empfehlen. Mein Lieblingsort dafür ist in Lapa in der Rua dos Invalides Ecke Mam de San. Für typisches Essen aus dem Norden von Brasilien geht man am besten in Flamengo ins Tacaca do Norte. Dort gibt es Tacaca, das ist ein Eintopf/Suppe mit Kräutern und Shrimps, ansonsten ist die Ente dort sehr zu empfehlen – sie wird mit starken Gewürzen angerichtet, die angeblich die Zunge taub machen sollen.
Der Klassiker in Rio ist natürlich Caipirinha – am besten mit Cachaça ansonsten auch mit Vodka. Hier wird er auch oft mit Früchten serviert, zum Beispiel mit Erdbeeren, Passionsfrucht oder Ananas. Manche fügen auch einen Schuss Kondensmilch dazu um ihn süßer zu machen. Ein guter Ort zum Caipirinha trinken ist die Bar Urca, direkt am Strand hinter dem Zuckerhut.
In der Avenida Rio Branco im Zentrum in der Nähe der Carioca Metrostation findet man alles was das Herz begehrt. Alle große Marken aber auch kleine unbekannte Designer sind dort zu finden.
Jeden ersten Samstag im Monat ist ein Flohmarkt in der Rua do Lawradeo in Lapa, hauptsächlich mit Antiquitäten - sehr zu empfehlen, alleine schon wegen der Atmosphäre. Viele Carioca (Einwohner von Rio) treffen sich da um zu schlendern, in einer der Bars am Rande ein Bier zu trinken oder Feijoada zu essen. Jeden Sonntag ist Hippiemarkt in Ipanema, dort gibt es nette kleine Dinge zu kaufen und gutes Essen aus Bahia. Allerdings sind die Preise eher an Ipanema als an Rio angepasst. Ansonsten ist noch der Feira do Nordestino zu emfpehlen, auf dem Markt gibt es hauptsächlich Dinge aus dem Nordosten Brasiliens, viel gutes Essen, Getränke und zwischendrin auch immer wieder mal eine Liveband.
Mein Lieblingsort ist der Parque da Tijuca. Dort kann man verschiedene Wanderungen machen, unter anderem zum Pico da Tijuca. Bei gutem Wetter hat man von dort aus einen wunderbare Sicht über ganz Rio.
Jeden Dienstag Abend ist in Lapa im Beco do Rato ein Samba-Abend, natürlich mit Livemusik. Ab ca. elf Uhr wird es jedes Mal richtig voll und es wird bis in die Morgenstunden getrunken und getanzt. Besuchenswert ist die Bar alleine schon wegen der Fliesen an der Wand. Ansonsten ist Bukouski, in Botafogo ein guter Ort zum feiern. Es gibt drei Floors mit verschiedenen Arten von Rockmusik.
Um Samba und Pagode (eine Art des Sambas, etwas relaxter) sowie auch Bossa Nova kommt in Rio nicht herum – will man auch gar nicht. Empfehlenswerte Brasilianische Musiker sind zum Beispiel Maria Gadu, Ivette Sangalo sowie Goncanguinga.
Fotos: Anna Werr / Interview: Anna Werr für amicella
Erstellt von: mr