Reisebericht und Interview: Mamma Cusco, Peru

Mamma Cuscos Hostel am Nabel der Welt


Cusco: Plaza De Armas am Tag
Cusco: Plaza De Armas bei Nacht

Queta, bekannt als „Mamma Cusco“, ist Inhaberin eines Hostels (Pension) in der ehemaligen Inkahauptstadt Cusco, Peru. Der Name (Qosqo) bedeutet in Quechua „der Nabel der Welt“, da von hier aus ganz Südamerika mit einem Straßennetz verbunden war. 

Die auf ca. 3.400 Metern Höhe gelegene Stadt ist aufgrund ihrer vielen Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt, unter anderem Machu Picchu, ein Anziehungspunkt für viele Touristen. 



Wenn man bei Mamma Cusco klingelt, geht die Tür auf und man wird von ihr mit einem strahlenden Lächeln und „Buenos Dias, mi amor.“ begrüßt. Nach einigen Tagen wird man dann auch ab und an von ihr zur Begrüßung in die Arme geschlossen.

Mamma Cusco, darf ich Dir ein paar Fragen stellen?

"Si, mi amor. Gar kein Problem, mi niña.“ Mi niña bedeutet „mein Kind“, nach ein paar Tagen wurde es zu mi hija (meine Tochter) und wenn ich spät heimkam, wurde ich strengen Blickes gefragt, wo ich war und dass ich doch das nächste Mal Bescheid geben solle, wenn es später wird. 

Als ich vor vier Jahren hier in Cusco war, habe ich hier in der Calle Alabado gewohnt. Damals gab es diese Pension noch nicht.

Seit wann gibt es das Mamma Cusco Hostel?

"Ich hab vor zwei Jahren hier meine eigene Pension aufgemacht. Davor habe ich in einem Hotel hier in der Nähe an der Rezeption gearbeitet. Mein Mann hatte dort als Touristenführer gearbeitet. Und irgendwie dachte ich mir dann, dass ich gerne meine eigene Pension haben möchte. Am Anfang hatten wir nur zwei Zimmer, da war hier am Ende des Ganges eine kleine Kochnische – damit die zwei Mädchen die in dem Zimmer gewohnt haben, auch kochen konnten. Mittlerweile haben wir insgesamt sechs Zimmer und planen auch noch weiter auszubauen."

Machu Picchu
Blick von der Dachterrasse

Habt ihr eher Langzeitgäste oder Leute auf der Durchreise?

"Das ist unterschiedlich. Die meisten Gäste kommen wieder, so wie der amerikanische Arzt – einer unserer ersten Gäste. Der blieb gleich drei Monate, hier in dem rechten Zimmer. Als er dann abgereist ist, hat er unserem Sohn seine Kamera geschenkt. Als er das zweite Mal hier war, hat er uns bei den Kosten für den Umbau für die neuen Zimmer geholfen, und wollte eigentlich dieses Jahr in das neue Zimmer am Eck einziehen, leider hat er sich am Knie verletzt und konnte nun doch nicht kommen. Er hat uns sogar seine ganze Wanderausrüstung zur Aufbewahrung hier gelassen, das ist alles noch da oben im Schrank. Er hat mir auch auf einem Zettel, Uhren aufgemalt und daneben die englischen Wörter für "Frühstück", „Mittagessen“ und „Abendessen“ aufgeschrieben. So hab ich denn ein bisschen englisch gelernt – mein Mann spricht ja sehr gut englisch.

 Es gibt hier aber auch Gäste, wie das spanische Pärchen oder das Mädchen in Zimmer 5, die ein paar Monate hier bleiben. Meistens besuchen sie hier eine Sprachschule oder arbeiten bei einem sozialen Projekt mit, oder beides.

"

Arbeitet Dein Mann noch immer als Touristenführer?

"Ja, er macht noch immer viele Touren, hauptsächlich nach Machu Picchu über den Inka Trias, den Weg den damals schon die Inka genommen haben um von Cusco nach Machu Picchu zu gelangen. Der Inka Trail ist ein Vier-Tages-Trek, bei dem man am vierten Tag bei Sonnenaufgang Machu Picchu über das Sonnentor erreicht. Er ist nur 43 km lang, aber führt teilweise in ziemliche Höhen (höchster Punkt 4.215 hm) über steile, enge Wege mal mit und mal ohne Treppen. Der Inka Trail muss im Voraus gebucht werden und ist meistens Monate vorher schon ausgebucht. Alternativ dazu gibt es den Salkantay Trek, eine Fünf -Tages-Wanderung, bei der man am vierten Tag in Auges Caliente ankommt und von dort aus am nächsten Tag Machu Picchu besteigt. Dieser Trek ist ein bisschen länger als der Inka Trail, aber man muss ihn nicht so lange im Voraus buchen. Mein Mann bietet aber auch hier in oder um Cusco viele Touren zu weiteren Inka Ruinen an, wie zum Beispiel Saqsaywamán oder Q'enqo oder zum Valle Sacrado. Wenn er gerade keine Touren hat, dann hilft er mir hier im Hostel."

Hier im Hostel arbeiten nur Du und Dein Mann?

"Ja, und mein Sohn hilft uns auch, wenn er nicht gerade in der Schule ist. Wir machen alles alleine, wir haben ja nicht nur die Pension, sondern wir bieten auch noch Wäscheservice an – maschinengewaschen und luftgetrocknet. Dann haben wir noch ein Internetcafé und einen kleinen Laden, außerdem bieten wir Frühstück, Mittag- und Abendessen an. Ich liebe es mich um meine Gäste zu kümmern, jetzt, nachdem meine Kinder schon so groß sind."

Ich hab heute morgen hier ein Baby weinen hören, ist das Dein Kind?

"Nein, ich habe nur einen Sohn und eine Tochter. Meine Tochter arbeitet als Lehrerin im Valle Sacrado (dem "Heiligen Tal" der Inka), am Fluss des Urubambas. Leider sehe ich sie nicht sehr oft, sie kommt nur ab und an am Wochenende heim. Ich passe immer vormittags auf den Sohn meiner Nachbarin auf, während sie arbeiten ist. Ich bin schon 47 Jahre, ich kann keine Kinder mehr bekommen – leider, mein Mann liebt Kinder, aber vielleicht bekommen wir bald Enkelkinder, wer weiß das schon.

"

"Vielen Dank!"

"Gracias a ti, mi amor!"

"Mamma Cusco – Your home far away from home" ist der passende Slogan, man fühlt sich hier ein bisschen wie zu Hause.

Infos unter: mammacuscohostel.com/Offers.html
Fotos: Anna Werr / Reisebericht und Interview: Anna Werr für amicella

 


Erstellt von: mr

 
 
 

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