Fisch ist nicht nur aufgrund seines Geschmacks beliebt, sondern gilt auch als sehr gesund. Doch viele Fischarten sind von Überfischung betroffen oder bedroht. Wer, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen, nicht auf Fisch verzichten und gleichzeitig auf Nachhaltigkeit achten möchte, befindet sich schnell in einer Zwickmühle. Der WWF hat zu diesem Thema einen Fischratgeber herausgegeben. Darin listet die Naturschutzorganisation alle üblichen Speisefische auf, zusammen mit einer Charakterisierung der Art, den ökologischen Auswirkungen von Wildfang und Zucht und detaillierten Verzehrempfehlungen. Nicht nur die Überfischung spielt dabei eine Rolle, sondern auch die Menge des Beifangs. Denn der macht bis zu 40 % des gesamten Fangs aus und so verenden Jahr für Jahr auch Tausende unerwünschte Tiere in den Netzen, darunter Haie, Delfine, Wale, Schildkröten und Seevögel.

Da die Nachfrage das Angebot regelt, haben wir als Kunden mit jedem Einkauf die Chance, einen positiven Einfluss auf die Überfischungssituation zu nehmen und uns gleichzeitig gesund zu ernähren. In einem ersten Schritt kann man auf die Siegel von Bioland, Naturland, MSC und ASC achten. Da diese jedoch teilweise auch Kritikpunkte beinhalten, orientiert man sich am besten zusätzlich an den Angaben zu Herkunft und Fangweise der Tiere.

Diese Fische sind eine gute Wahl:

Stand: 17.09.2018

  • Austern, uneingeschränkt
  • Barramundi, Zucht aus geschlossenen Kreislaufanlagen
  • Eismeergarnele & Kaltwassershrimp, Nordostpazifik und Kanada
  • Flusskrebse, aus Zucht in den USA
  • Regenbogenforelle, aus Zuchten in Dänemark und Finnland
  • Garnelen:
    • Tropische Shrimps, aus Zuchten in Südostasien und aus Bioaquakultur
    • Alaska-Garnele, uneingeschränkt
  • Heilbutt, aus europäischer Zucht
  • Hering, aus Wildfang aus der Ostsee und dem Nordostatlantik
  • Jakobsmuschel, aus Zuchten in Japan, Südostasien und Westeuropa sowie aus dem Nordostatlantik per Handsammeln
  • Kaisergranat/Scampi/Norwegischer Tiefseehummer, uneingeschränkt aus der Nordsee, dem Skagerrak und Kattegat
  • Karpfen, uneingeschränkt
  • Lachs:
    • Atlantischer Lachs aus Bioaquakultur
    • Pazifischer Lachs aus Alaska und Kanada
  • Langusten, aus Australien, Kuba und den Bahamas
  • Mahi-Mahi, Goldmakrele, aus Südafrika mit Handleinen gefangen
  • Makrele, aus dem Nordostatlantik mit Handleinen gefangen
  • Miesmuscheln, aus westeuropäischer Zucht mit Hänge- oder Pfahlkulturen
  • Nilbarsch/Viktoriabarsch, aus Ostafrika mit Naturland-zertifiziertem Wildfang
  • Oktopus, aus dem Mittelmeer und Marokko
  • Sardellen, aus Biskaya
  • Sardinen, aus dem südlichen Sizilien
  • Schellfisch, aus der Nordsee, dem Skagerrak und dem Nordostatlantik mit Grundlangleinen gefangen
  • Scholle/Goldbutt, aus der Nordsee und dem Skagerrak mit Snurrewaden und Kiemennetzen gefangen
  • Schwertfisch, aus den USA und Kanada
  • Seelachs/Köhler, aus Island, der Nordostarktis und der Norwegischen See, gefangen mit Ringwaden, Grundlangleinen und Kiemennetzen
  • Seezunge, aus europäischer Zucht mit Kreislaufanlagen
  • Sprotte, aus der Nordsee, den Keltischen Meeren und dem Ärmelkanal
  • Thunfisch:
    • Bonito aus dem Westpazifik, macht den größten Anteil des Thunfischfangs aus
    • Gelbflossenthun, aus Indonesien und den Philippinen, mit Angelleinen und Handleinen gefangen
    • Großaugenthun, aus dem Indischen Ozean mit Angelleinen gefangen
    • Weißer Thun, aus dem Pazifik
  • Tilapia, aus Teichzucht mit Aquaponik
  • Wels, uneingeschränkt
  • Zander, aus deutscher, niederländischer und dänischer Zucht

Der WWF unterscheidet in seinem Einkaufsratgeber zwischen den Kategorien "Erste Wahl", "Zweite Wahl" sowie "Lieber nicht". Die Liste gibt es auch als App für iOS und Android, sodass man die Infos beim Einkaufen immer zur Hand hat, und wird vom WWF andauernd aktualisiert.