Über 600 kg Müll produziert jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Bei Shia, Nachhaltigkeitsbloggerin und Umweltexpertin beim WDR, hingegen, passt der Müll eines ganzen Jahres in ein 750-ml-Einmachglas. Sie hat ihr Leben auf Zero Waste umgestellt – ein Lebensstil, bei dem es darum geht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, ohne dabei auf gutes Essen, Genuss oder eine schöne Wohnung zu verzichten. Das schont Ressourcen und entlastet die Umwelt.

Vielleicht möchtest du langfristig auch ein müllfreies Leben führen – oder mit dem täglich anfallenden Abfall einfach ein wenig bewusster umgehen? Für die ersten Schritte in Richtung Zero Waste brauchst du keine tagelangen Vorbereitungen. Diese 12 Tipps kannst du sofort nach dem Lesen anwenden!

  1. Nimm einen Stoffbeutel mit zum Einkaufen. Am besten deponierst du in jeder deiner Handtaschen eine Stofftasche – so bist du auch für Spontankäufe bestens gerüstet und musst nicht auf Plastiktüten ausweichen, wenn du nach der Arbeit noch schnell für das Abendessen einkaufen möchtest. Die Beutel nehmen kaum Platz weg, wiegen quasi nichts und passen garantiert auch in deine kleineren Handtaschen und Rucksäcke. 
  2. Kaufe Obst und Gemüse lose ein. Tomaten, Zucchini oder Äpfel kannst du im Supermarkt auch einzeln auf das Kassenband legen. Legst du Wert darauf, Früchte nicht ohne Hülle zu deinen restlichen Einkäufen zu legen, sparst du dir die durchsichtigen Plastiktüten, indem du dir dünne, waschbare Stoffbeutelchen in unterschiedlichen Größen mitbringst. Das größte Angebot an losem Obst und Gemüse gibt es auf Wochenmärkten, im Biomarkt und in türkischen Supermärkten.
  3. Statte der Frischetheke einen Besuch ab. Statt in Plastik verpackten Aufschnitt in festgelegten Mengen zu kaufen, kannst du dir hier so viel mitgeben lassen, wie du tatsächlich brauchst – und zwar am besten direkt in deine mitgebrachte Dose.
  4. Verzichte auf Plastikstrohhalme. Bitte in Restaurants und Bars gleich bei der Bestellung darum, dir dein Getränk ohne Strohhalm zu servieren.
  5. Bring deinen eigenen Becher mit. Pro Stunde landen in Deutschland rund 320.000 Pappbecher auf dem Müll. Deinen Coffee to Go kannst du dir auch direkt in deinen eigenen Becher füllen lassen – viele Cafés geben dafür sogar einen kleinen Rabatt. Besonders gut geeignet sind Coffee to Go Becher aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus: Die gibt es in wunderschönen Designs und sie haben kaum Eigengewicht. Hast du vor, dein Getränk im Café zu genießen, bitte bei der Bestellung um einen Porzellanbecher.
  6. Transportiere dein Pausenbrot in einer abwaschbaren Box. Auch Rohkost, Nüsse oder andere kleine Snacks kannst du in Dosen statt in Papier- oder Plastiktüten mitnehmen.
  7. Investiere in eine gute Trinkflasche. Das Leitungswasser in Deutschland hat eine sehr gute Qualität, sodass du es sorglos trinken kannst. Füll deine Flasche wieder auf, anstatt dir unterwegs Wasser in einer Plastikflasche zu kaufen.
  8. Mach deinen Briefkasten werbefrei. Und zwar mit einem einfachen „Keine Werbung“-Aufkleber. Die meisten Prospekte landen sowieso ungelesen in der Tonne.
  9. Bestell online, aber plastikfrei. Online bestellen tun wir heute alle. Probiere beim nächsten Mal doch folgendes aus: Bitte im Kommentarfeld deiner Bestellung darum, deine Produkte ohne Plastik zu verpacken und zu verschicken. Nicht alle Shops werden deiner Bitte nachkommen… Aber einen Versuch ist es wert!
  10. Empfange und lies online. Lass dir Rechnungen wenn möglich digital zuschicken und drucke Emails und Rezepte nicht aus, sondern lies sie auf deinem Smartphone, Tablet oder PC.
  11. Verzichte auf einen Kassenbon. Einige Geschäfte drucken den Beleg nicht automatisch, sondern nur im Bedarfsfall aus. Wenn du den Bon nicht unbedingt benötigst, kannst du darum bitten, ihn nicht auszudrucken.
  12. Verwende Papier so lang wie möglich. Die Rückseiten von alten Rechnungen, Berichten oder Fehldrucken kannst du für Notizen oder als Einkaufslisten verwenden.