Brustkrebs ist in der westlichen Welt die häufigste Todesursache von Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Welche Folgen die Diagnose für Frauen, neben des möglichen Todes, darstellt, ist wenig präsent. Oft müssen Lymphknoten an verschiedenen Körperstellen entfernt werden, manchmal gar die ganze Brust. Diese Eingriffe halten die betroffenen Frauen zwar am Leben, hinterlassen aber auch Narben: Sowohl physische als auch psychische.

Die Australierin Beth Whaanga musste durch diese schlimme Erfahrung. Mit 32 Jahren wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, worauf mehrere operative Eingriffe folgten. Die vierfache Mutter hat ihre Krankheit erstmal besiegt und von außen sieht man ihr nichts an. Aber unter ihrem roten Kleid verbirgt sich ihr Leidensweg in Gestalt von Narben über ihren ganzen Körper verteilt.

Beth hätte sich und ihre Narben verstecken können. Aber sie wandte sich an die befreundete Fotografin Nadia Masot und veröffentlichte Fotos von ihrem nun vernarbten Körper als Under the Red Dress Project auf Facebook. Diese Bilder und die Tatsache, dass Beth durch deren Veröffentlichung über 100 Facebook-Freunde verlor, sind erschreckend. Laut eigener Aussage will sie mit diesen Fotos Aufmerksamkeit auf Brustkrebs und seine Folgen leiten. Vor allem junge Frauen sollen sich angesprochen fühlen, denn für sie gibt es kaum Vorsorgemaßnahmen. In Deutschland gibt es bis zum 50. Lebensjahr nur das Abtasten der Brüste, obwohl 25% aller Betroffenen unter 50 Jahren alt ist.

Auf ihrem Nacktbild hat Beth die Folgen ihrer Krebsbehandlung gekennzeichnet:

Fortschreitender Haarausfall, TRAM-Flap Brustrekonstruktion mit Eigengewebe, vollständige bilaterale Mastektomie (präventive Entfernung der Brust), Bauchnabelrekonstruktion, chirurgische Entwässerung (steigert die Heilung nach der Behandlung, indem es und Blut- und lymphatischen Anlagerungen vorbeugt), vollständige Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) und schneller Gewichtsverlust.

Diese extremen Eingriffe wurden bei Beth vorgenommen, da die Gefahr, dass der Krebs wiederkommt, sehr hoch ist. Bei 70% der Brustkrebspatientinnen kann die Brust zum Glück erhalten werden.

Beth ist kein Einzelfall. Inzwischen ist das Under the Red Dress Project bekannt geworden und auf der Facebookseite finden sich mehr Fälle, die dem von Beth ähneln. Frauen, die ähnliches erlitten und überstanden haben, melden sich zu Wort. Sie zeigen auf Beths Seite Fotos von ihren Narben, sie kommentieren, sie liken. Und sie verbreiten die Botschaft, wie sie bereits auf der offiziellen Homepage underthereddress.com  vermarktet wird:

Scars aren't ugly. Narben sind nicht hässlich.